Schlau durch
Gamification

Daddeln ist längst kein Kinderkram mehr. Schon lange bevor auf Smartphones Candy gecrusht wurden, schossen Massen von Büroarbeitern auf Moorhühner.

Gern gesehen war dies vom Chef natürlich nie. Bis jetzt. Quasi. Gamification ist das Zauberwort. „Spieltypische Elemente in einem spielfremden Kontext“ die etwas ungelenke Definition dafür. Heißt, Bestandteile von Spielen erobern völlig neue Lebensbereiche.

„Der Mensch ist nur da ganzMensch, wo er spielt.“
Friedrich Schiller

Games wecken schließlich Ehrgeiz und rufen einen positiven Wettbewerbsgedanken hervor. Angetrieben von Punkten und Ranglisten. Sie stärken die Entscheidungskraft. Und spielerisch lernen ist weit mehr als eine inhaltsleere Floskel. Bei klassischen Software-Schulung etwa merken sich Teilnehmer nur knapp 30 Prozent der Inhalte. Mit Gamification-Hilfe hingegen steigt der Lerneffekt laut Experten erheblich. Bis zu 90 Prozent des Wissens bleibt im Gedächtnis. Die direkte Anwendung des Gelernten hilft dabei genauso wie Fortschrittsanzeigen, Feedback und zu erreichende Checkpoints.

Die BigPlayer lassen zocken

Kein Wunder also, dass einige Unternehmen bereits die Vorteile von Gamification zu nutzen wissen. Bei Bayer spielen Mitarbeiter eine Art Wer wird Millionär? rund um das Unternehmen. Bei SAP geben die Angestellten Wissen über ein internes Netzwerk weiter und erlangen so Bonuspunkte für interne Weiterbildungen.

Auch Versicherungen gestalten mit Gamification trockene Prozesse emotionaler. Die Bonuspunkte der KV sind das bekannteste Beispiel. Mithilfe von Simulationen werden zudem Risiken berechnet und Gesundheitswerte erfasst. In Branchen, in denen Kundenbindung und ständige Weiterbildung so wichtig sind, hat die vermeintliche Spielerei enormes Potential. Pokémon sammeln sollte man aber weiterhin nur, wenn es der Chef nicht mitbekommt.